Sabine an der größten Schule der Welt

In Luknow, Indien gibt es eine Schule, die mit ihrer Schülerzahl jede deutsche Vorstellung so maßlos übersteigt, dass das Nennen der Zahl allein nicht mehr ausreicht, um sich die schier endlose Flut an Schülern bildlich vorstellen zu können. Sabine, eine ausgebildete DaF (Deutsch als Fremdsprache) Lehrerin, hat die letzten vier Monate an dieser Schule als Deutsch Lehrerin gearbeitet. An der Schule finden derzeit ca 50.000 Kinder und Jugendliche aus Indien ihre Chance auf eine fruchtbare Zukunft auf dem internationalen Arbeitsmarkt. Das ist mein altes Gymnasium mal 50! Unvorstellbar. Bei einem so enormen Ansturm kann man sich natürlich denken, dass die Schule immer dringend nach fähigen Lehrkräften und Assistenzen sucht und sich stets nach Muttersprachlern im Lehramt Studium und ausgebildeten Lehrkräften aus dem Ausland umschaut.

So ist auch Sabine zu ihrer Stelle gekommen. Als sie von dem Angebot hörte, war sie allerdings zunächst eher skeptisch. Wie kann man bei einer so überwältigen Anzahl an wissbegierigen Schülern noch den Überblick behalten, geschweige denn eine gesunde Beziehung zu seinen Schülern aufbauen? In einer Klasse befinden sich teilweise über 50 Kinder. Wie soll man das bloß bewerkstelligen?

Ihre Liebe zu der indischen Kultur und ihr Verlangen nach einer Herausforderung, einem großen Abenteuer, bewegte sie schlussendlich doch dazu, den Versuch zu wagen und die Reise anzutreten. Die Schule hat einen sehr hohen Anspruch an ihre Schüler und setzt Standards, die auch global extrem konkurrenzfähig sind. Dadurch herrscht in den einzelnen Klassen ein beeindruckendes Level an Disziplin. Die Kinder sind aufmerksam, höflich und außerordentlich ehrgeizig.

In dem Lehrer Kollegium konnte sich Sabine über ihre Klassen informieren und viele wertvolle Informationen über ihre Schüler herausfinden. Durch die enge Bindung der Lehrer zu den Eltern der Kinder kann schnell eine gesunde Beziehung zu den Schülern hergestellt werden. Sabine war schon nach ihrer ersten Woche überzeugt, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat. An ihrem ersten Wochenende wurde sie von einer ihrer Kolleginnen, einer Englisch Lehrerin aus den USA, zum Essen eingeladen. Bei einem netten Wein an der lauwarmen Abendluft Indiens unterhielten sie sich lange und angeregt über die vielen, beeindruckenden Besonderheiten dieser so einzigartigen Bildungseinrichtung. Nun ist ihr Aufenthalt in Indien schon eine knappe Woche her und in ihrem Leben ist wieder etwas Ruhe eingekehrt. Die indische Mentalität und Spiritualität will sie aber unbedingt für immer in sich tragen

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