Freiwilligendienst in Namibia

Leonie war schon immer fasziniert von der enormen Vielfalt an Spezies, die unseren blauenPlaneten bevölkern. Als Kind versank sie für Stunden in Bilderbüchern und studierte verschiedenste Arten und deren Namen, bevorzugtes Fress-und Jagdverhalten. Ihr Traum war immer, irgendwann Afrika zu bereisen und dort die unzähligen Tierarten hautnah zu erleben. Nach ihrem Abitur musste sie zusehen, wie alle ihre Freunde in fremde Länder aufbrachen und ein freies soziales Jahr absolvierten. Ihre Eltern hatten dafür nur leider kein Geld. Als eine von vier Geschwistern musste Leonie sich immer alles selbst verdienen. Sie arbeitete in mehreren Cafés und erwirtschaftete so gerade genug, um ihr Tiermedizin Studium zu finanzieren. Doch ihr Traum von Afrika war erstmal hinten angestellt.

Letztes Jahr dann fand Leonie einen Anbieter, der einen Aufenthalt in Namibia für einen erschwinglichen Preis anbot. Ohne groß zu zögern bewarb sie sich für den Freiwilligendienst. Schon seit einem Monat arbeitet sie nun in Namibia mit einer Tierschutzorganisation zusammen, die wichtige Fachstudien und Forschungen im Etosha Nationalpark betreut und sich um die Re-Population von bedrohten Tierarten bemüht.

Mit Rashida, einer ihrer Mitbewohnerinnen in dem großen Freiwilligenhaus, teilt sie ihre Liebezu der Tierwelt Afrikas. An vielen Abenden haben sie bis spät in die Nacht zusammen gesessen und sich gegenseitig unendliche Fotostrecken präsentiert. Rashida arbeitet bei einer Organisation, die sich auf die Elefanten Population Namibias spezialisiert hat. Sie verspricht Leonie, dass sie sie bald mal auf eine Tour zu den Wasserlöchern, in denen sich eine Elefantengruppe jetzt schon des Öfteren hat blicken lassen, mitnehmen wird.

Rashida spricht Hindu und Englisch, Deutsch will sie auch noch lernen. Ihre Mutter ist indischer Herkunft und ihr Vater kommt aus England. Aufgewachsen ist sie in London. In der Schule war Englisch nie Leonies Lieblingsfach, aber seit sie mit Rashida zusammenlebt,hat sich ihr Wortschatz enorm verbessert. Leonie möchte ihr auch die deutsche Sprache näher bringen. Oft fragt Rashida nach der Übersetzung bestimmter Worte und versucht, diese nachzusprechen.

„What ́s the German word for Volunteer again?“, fragt sie grinsend. Leonie muss auch schon grinsen. Das Wort Freiwilligendienst” ist Rashidas Mount Everest. Es hat bisher immer wieder zu endlosen Lachkrämpfen geführt, wenn sie versucht hat, es nachzusprechen.

 

 

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