Gemeinsames Leben in Uganda

Micha und seine Mitbewohner sitzen an dem funkensprühenden Lagerfeuer im Garten des Gemeinschaftshauses und tauschen sich über die letzte Woche an der Schule in Banda aus. Gesättigt und zufrieden liegen und sitzen die Freiwilligen und erzählen. Es war bisher zwar nur die erste Woche, aber die Zeit zusammen kommt allen deutlich länger vor.

Micha hört aufmerksam zu, stupst Jonas an, der gerade versucht eine Dose Ravioli ohne Dosenöffner zu öffnen und zeigt schmunzelnd hoch zu den anderen. Christine und Laura schwärmen von ihrer Schulklasse und den Lehrern, denen sie mit Tatkraft zur Seite stehen. Das Feuer leuchtet in ihren Augen, während sie von ersten Lehrerfolgen und einem Ausflug in die Hauptstadt Kampala berichten. Sie haben durch wiederholtes, nachdrückliches und gut argumentiertes Beharren erwirkt, dass nun regelmäßig Klassen-Ausflüge in die näheren Nationalparks und Wildgehege des Landes unternommen werden, um die Tier- und Pflanzenwelt auch auf Deutsch und Englisch kennenzulernen. In zwei Wochen sollen sie ihre Klasse in den Mabira Forest begleiten. Sie erzählen uns lachend und feixend von den kleinen, lustigen Kindern, die euphorisch anfingen auf und ab zu hüpfen und diverse Tiergeräusche imitierten, als der Lehrer ihnen von dem Ausflug verriet. Nun geht es daran, das benötigte Geld für die Exkursion zu organisieren. Laura hat sich schon mit einer der Partner Organisationen in Verbindung gesetzt und eine Korrespondenz aufgebaut. Sie wird zusammen mit Christine auf Spenden-Suche gehen.

Jonas und Micha werden die nächste Woche in einem Kindergarten aushelfen. Dort soll gemeinsam mit anderen Unterstützern ein neuer Gemeinschaftsraum errichtet und möbliert werden. Jonas fragt ihn, ob er schon aufgeregt ist und er schüttelt erst überzeugt den Kopf, muss dann aber doch grinsend nicken. Beide wissen nicht recht, was sie erwartet, aber sie haben Bedenken wegen der harten Handarbeit in der prallen Sonne. Jonas sagt grinsend, er wüsste, es klingt klischeehaft, aber er hat noch nie besser geschlafen, als nach einem harten Tag Entwicklungshilfe. Selbst die etwas gewöhnungsbedürftige Unterbringung in dem staubigen und nur spärlich eingerichteten Zimmer, das er sich mit Micha teilt, macht ihm überhaupt nichts mehr aus. Er verbringt seine Zeit bis in die späten Abendstunden sowieso am liebsten unter freiem Himmel und spielt Fußball oder liegt im Schatten und quatscht sich fusselig.

Vor einer Woche begann auch Micha seinen Aufenthalt in Uganda. Nachdem er von einem Mitarbeiter der Organisation über den wuseligen Flughafen und die belebten Straßen geführt und mit den anderen Freiwilligen zusammen in einen der Busse eingestiegen war, kam er dort, eng auf eng, mit Jonas ins Gespräch. Die beiden haben seitdem eine stille Übereinkunft getroffen, alle weiteren Unternehmungen gemeinsam zu meistern.  

 

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