China

Am Flughafen angekommen, muss Andreas nicht lange suchen bis er einen freundlichen Mann mit einem Schild vor der Brust findet, auf dem sein Nachname steht. Der Mann lächelt höflich und bringt Andreas Koffer zum Kofferraum seines Wagens. Er fragt ihn, wie sein Flug verlaufen ist und macht Small Talk in erstaunlich gutem Englisch. Andreas begreift, warum China so viele Englisch-affine Studenten und Schüler rekrutiert, Englisch ist in China eine sehr wichtige Sprache und sie souverän zu beherrschen eine wirtschaftlich lukrative Eigenschaft. Schließlich besteht Chinas Landeseinkommen hauptsächlich aus Export Geschäften nach Europa und in die USA. Aus dem Fenster des Wagens beobachtet Andreas die vielen Menschen, die sich alle auf ihren ganz individuellen Pfaden befinden und es trotzdem schaffen, nicht zusammenzustoßen. Der Fahrer erzählt Andreas, dass er ihn erst zu seinem, von der Schule gestellten, Apartment und dann zu einem Willkommens Lunch fahren wird, während dem er ein kurzes Briefing erhält, wie sich sein Aufgabenbereich gestaltet. Andreas nickt lächelnd, weiß aber nicht so ganz, wie er mit dieser dezent prominenten Behandlung umgehen soll. Er will eigentlich nur die Klassen kennenlernen und wissen wie die Schule aussieht und ausgestattet ist.

Beim Essen wird ihm von einer reizenden TA (Teachers Assistant) der Stundenplan aufbereitet. 20 – 25 Stunden wird er in der Woche unterrichten müssen. Er wäre auch mit mehr zufrieden, schließlich plant er, durch diesen Aufenthalt einen Studienplatz für Deutsch und Englisch auf Lehramt zu ergattern, an einer der besseren Schulen die es dafür in Deutschland gibt. Aber immerhin bleibt ihm dadurch mehr Zeit, China zu erkunden und all die verschiedenen kulturellen Unterschiede einzuatmen, die er bei Reisen innerhalb Europas immer so vermisst hat.

Seine Wohnung ist klein aber gemütlich und liegt im Stadtzentrum. Schlafen kann er nicht, er ist zu aufgeregt. Er hat sich ein kleines Programm vorgenommen, das er mit den Schülern zum Einstieg durchgehen will.

Die Schule ist groß und unübersichtlich, zusammen mit den anderen Bewerbern wird er herumgeführt und macht sich Notizen, welche Korridore zu welchen Bereichen führen und wie die Stockwerke eingeteilt sind. Die Dame, die die Führung durchführt, ist stets offen für Fragen und betont mehrfach, dass sie auch in den nächsten Wochen noch für die eine oder andere Orientierung zu Verfügung stehen wird.

Nach der Führung geht es auch gleich los, aufgeregt folgt Andreas der TA in eines der Zimmer. Die Klassenräume sind modern und gut ausgestattet, die Schüler sitzen gerade und ruhig da und schnell wird klar, dass in Chinas Schulen vor allem eines zählt: Disziplin. Andreas stellt sich kurz vor und erzählt etwas von sich. Die Klasse hört gespannt zu und stellt Gegenfragen. Nach einer kleinen Eingewöhnungsphase ist es leicht, die Lehrer zu unterstützen und er erntet großes Lob beim Lunch in der Cafeteria. In ein paar Tagen wird er selbst einen Unterricht leiten dürfen. Auf dem Weg zurück in seine Wohnung scheint Andreas kaum mehr nervös, er ist angekommen, fühlt sich willkommen, unterstützt und ist motiviert, sein großes Abenteuer mit voller Kraft anzusteuern.

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